Das Haus Nr. 207 in Olomouc, Michalská-Straße Nr. 4, hat einen mittelalterlichen Ursprung, was mit seinem charakteristisch schmalen, in die Tiefe orientierten Grundstück belegt wird. Die Lage des Hauses in der Straße ist ebenfalls historisch bedeutsam, nämlich in der Richtung zu dem Dominikanerkloster, das bereits in der ersten Hälfte 13. Jahrhunderts gegründet wurde. Am Rande an der westlichen Grenze des Hauses kann man Überreste eines mittelalterlichen Walles erblicken, der wahrscheinlich das älteste befestigte Zentrum rund um eine vermutlich sehr früh gegründete Kirche umschloss.
Die hiesige Besiedlung hat eine sehr alte Tradition. An der Stelle der romanischen Kirche nimmt man als Vorläufer einen heidnischen Tempel an. Die Straße, in welcher sich das Haus Nr. 207 befindet, hieß 1582 nach dieser Anhöhe mit einer alten, dem heiligen Michael geweihten Kirche, Michaelerberg. 1586 wird der Name Oelberg erinnert und 1750 wieder nach dem näher liegenden Dominikanerkloster die Dominikanergasse. Seit dem 18. Jahrhundert wurde der Name Michaelgasse benutzt.
Der älteste verlässlich nachweisbare Hausbesitzer war 1572 Hans Arlot. Er ist der erste in einer langen und bunten Reihe von belegbaren Besitzern – Olmützer Stadtbürgern, Handwerkern und Kaufleuten, deren Schicksale sich im Aussehen des Hauses niederschlugen, nicht nur in Blütezeiten, sondern auch bei der Verwüstung während des Dreißigjährigen Krieges oder zu Zeiten der sozialistischen Wirtschaft. Die derzeitigen Hausbesitzer, die Eheleute Jan und Sylva Grézl, knüpfen an die besseren Phasen der Tradition an und haben das Haus in die Form einer gemütlichen Pension mit dem Namen „Auf der Burg“ umgestaltet.
Zustand vor der Rekonstruktion
Fotos aus der Rekonstruktion